Bei Hertha war Flasche leer – 1. FC Union beeindruckt

Hans-Peter Becker
Foto: Sportick

Auswärtsniederlage und Heimsieg, das gab es auch vor 2 Wochen. Diesmal spielte die Alte Dame zuerst. Es gab nichts zu holen beim Samstagabend-Spiel der 1. Liga. In der Arena in Gelsenkirchen verlor Hertha mit 0:2. Die 72 Stunden die zwischen dem sehr respektablen Pokalauftritt in Dortmund und dem Spiel um Punkte in der Liga lagen, hatten nicht gereicht, um die Akkus wieder aufzuladen. Die Mannschaft war gleich im Ruhrpott geblieben und hatte sich in Bochum auf das Spiel vorbereitet. Körperlich und mental waren die blau-weißen den königsblauen unterlegen. Es reichte vorne und hinten nicht. Pal Dardai hatte seherische Fähigkeiten. Wer im Spiel das erste Tor schießt wird gewinnen, so passierte es. Kurz vor der Halbzeitpause, in der 41. Minute, ließ sich Kalou naiv den Ball klauen, spätestens ab der A-Jugend sollte einem Fußballer das nicht mehr passieren und Guido Burgstaller bedankte sich. Ein bisschen versuchten sie es noch, die Gäste aus der Hauptstadt auf dem gelben Rasen in Gelsenkirchen. Richtig überzeugt wirkte das nicht. Den Deckel drauf machte Leon Goretzka, der mit einem sehenswerten Alleingang in der 62. Minute das 2:0 für die Gastgeber erzielte. Das war dann auch der Endstand. Schade, ein Blick auf die Konkurrenz, was das Erreichen der internationalen Plätze betrifft, sie alle spielten für Hertha. Dumm nur, das Hertha nicht für sich selbst gespielt hat. Wird man jetzt nervös im Hertha-Lager ? Zwei Heimspiele in Folge stehen an, zuerst kommen die Bayern und dann kommt die erstaunlich stark aufspielende Eintracht aus Frankfurt ins Olympiastadion. Wie viel Punkte wird das geben ?

Am darauffolgenden Sonntag boten - eine Liga darunter - die Eisernen aus Köpenick im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld eine beeindruckend starke Leistung. Vor 20.258 Zuschauern im Kühlschrank Alte Försterei eröffnete Kapitän Felix Kroos in der 22. Minute mit einem direkt...

verwandelten Freistoß aus ca. 20m Entfernung den Torreigen. Er lächelte nach dem Treffer nur verschmitzt, hob nur kurz die Hand während der Rest der Mannschaft sofort zum jubeln lief. Die Auflösung kam in der Mixed-Zone nach dem Spiel. Jens Keller hatte seinen Kapitän daran erinnert, dass es mal wieder Zeit wird für ein direkt verwandeltes Freistoß-Tor und hatte dafür speziell üben lassen. Dass es gleich so schnell zum Erfolg führte, um so besser ! Der zwischenzeitliche Ausgleich der abstiegsgefährdeten Arminen, durch ihren Kapitän Fabian Klos, kurz vor der Halbzeitpause, war nur ein kleiner Schönheitsfehler. Die Eisernen machten weiter Druck, zeigten wer Herr im Hause, die Tore 2 und 3 fielen wie reife Früchte. Union hat jetzt 35 Punkte nach 20 Saisonspielen, das ist eine ernstzunehmende Bewerbung für die Aufstiegsplätze. Die Mannschaft wirkt sehr selbstbewusst und wenn jetzt noch Euphorie aufkommt, hat keiner was dagegen. In der Pressekonferenz nach dem Spiel gab nach den Statements der beiden Trainer keine Nachfragen mehr. Das Spiel hatte für sich gesprochen. Trainer Jens Keller war nicht nur zufrieden, er betonte extra, heute sehr zufrieden zu sein. Für die Eisernen geht es am nächsten Spieltag nach Karlsruhe. Sie müssen dort ihren Kapitän Felix Kroos ersetzen. Er sah zum fünften Mal gelb.

Hans-Peter Becker

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