Eisbären retten einen Punkt

Foto: Stefan Wenske
Foto: Stefan Wenske

Die Bannerzeremonie für Stefan Ustorf war ergreifend für jeden Eisbärenfan. Das ist die Geschichte des Eishockeyspielers Stefan Ustorf. Im Anschluss gab es ein Eishockeyspiel, vor ausverkauftem Haus unter den Augen des sportlichen Leiters der Eisbären, eben jenes Stefan Ustorfs. Zu Gast war der Tabellenletzte die Krefeld Pinguine. Berlin war in der aktuellen Saison ein gutes Pflaster für die Mannschaft vom Niederrhein. Am 9. Oktober waren sie ebenso als Tabellenletzter angereist und traten mit 3 Punkten die Heimreise an. Es wurden dieses Mal 2 Punkte, die Eisbären kassierten erneut eine Heimniederlage. Nach 60 effektiven Spielminuten stand es 2:2. Daniel Pietta, der Topscorer der Pinguine sorgte in der 15. Minute für den ersten Treffer der Partie. Die Schiedsrichter hatten eine Strafe gegen die Eisbären angezeigt. Die Krefelder blieben in Puckbesitz...

Krefeld Pinguine
Foto: Stefan Wenske

und wechselten ihren Goalie gegen einen zusätzlichen Feldspieler, das hatte Erfolg. Die Eisbären hatten im gesamten 1. Drittel mehr Torschüsse, versuchten Druck zu machen, es gelang nicht viel. In der 18. Spielminute hatte Kapitän Andre Rankel die Möglichkeit auszugleichen. Sein schwach ausgeführter Penalty landetet im Fanghandschuh von Patrick Galbraith. Es stand ja überhaupt die Frage, wie wurde die herbe 1:7 Auswärtsniederlage, erlitten am 2. Weihnachtstag in Ingolstadt, weggesteckt. Darin Olver, zusammen mit Nicolas Petersen, mit 12 Toren erfolgreichster Schütze der Berliner, war nicht einsatzfähig. Dafür konnte Daniel Fischbuch wieder spielen. Vier Sturmreihen und drei Verteidiger-Pärchen standen Uwe Krupp zur Verfügung. Hinter der Bande der Krefelder stand der Rückkehrer Rick Adduono. Er soll das fast unmögliche für Krefeld noch versuchen zu schaffen. Das Sehnsuchtsziel heißt Platz 10 und wenigstens ein Playoff-Spiel im Königpalast. An den katastrophalen Ausmaßen, was den bisherigen Saisonverlauf betrifft, hat sich für Krefeld nicht viel geändert. Abwehr-schwach und leider bisher im Angriff nicht viel besser, dabei mit einem namhaften Kader ausgestattet und trotzdem läuft es nicht. Diese Frage gilt es zu beantworteten. Dagegen sehen die Probleme in der Hauptstadt fast bescheiden aus. Im Mittelabschnitt hatten die Eisbären erneut optische Vorteile, gleichzeitig wuchs mit zunehmender Spieldauer die Verunsicherung. Es gelang immer weniger. Das Publikum reagierte angesichts der Aktionen auf dem Eis mit Spott und Ironie. Da wurde Kaffee und Kuchen gefordert oder Freibier für alle. Als der letzte Spielabschnitt begann, hatte sich auf der Anzeigetafel nicht weiter bewegt. Bei Krefeld stand die Null. Sie stand bis zur 48. Spielminute. Endlich fiel der Ausgleich, Jamie Macqueen erzielte seinen Saison-Treffer Nummer 6. Der Center der 3. Sturmreihe wurde mustergültig freigespielt, der vorbereitende Pass kam von Florian Busch und es folgte eine sehenswerte Vollendung mit der Rückhand durch den Spieler, der in der vergangenen Saison mit Kassel Meister in der DEL II wurde. Davor spielte er in Crimmitschau und bei beiden wurde er der jeweils beste Torschütze. Die Krefelder, die wie im Oktober, äußert geschickt zu Werke gingen, schlugen in der 56. Minute zurück. Erfolgreich war die Parade-Reihe um Center Daniel Pietta. Torschütze war Dragan Umicevic, er trug sich - wie im Oktober – erneut in die Torschützenliste ein. Assistiert wurde der Treffer von Marcel Müller und Kyle Klubertanz. Die 1. Reihe der Krefelder, die können, wie Eisbären-Verteidiger Constantin Braun nach dem Spiel bemerkte, bei entsprechender Spielfreude noch ganze andere Truppen auseinandernehmen. Es war eine Menge Glück bei diesem Treffer dabei. Umicevic traf zunächst mit seinem Schuss den Schlittschuh eines Verteidigers und konnte dann seinen eigenen Abpraller verwerten. Genauso viel Glück hatten etwas später die Eisbären. Die Schluss-Sirene rückte bedrohlich nahe. 65 Sekunden waren noch auf der Uhr da zog Micky DuPont aus dem Rückraum ab und kam irgendwie durch, der Puck landete im Tor. Julian Talbot und Nicolas Petersen bekamen Scorerpunkte für diesen Treffer angeschrieben. Es gab eine Verlängerung zur Ermittlung des Zusatzpunktes. Den holten sich die Krefelder. Nach 61 Sekunden in der Overtime konnte Micky DuPont Marcel Müller nur noch mit einem Stockschlag am Torschuss hindern. Es gab erneut Penalty und der wurde verwandelt. Das Spiel war aus und Krefeld fuhr mit immerhin 2 Punkten nach Hause. Das Tabellenende konnten sie nicht verlassen, mit nunmehr 31 Punkten bleiben sie das schlechteste Team. Die Eisbären konnten wenigstens einen Punkt retten. Bisher stehen 48 Punkte zu Buche, das ist aktuell Tabellenplatz 8 und bedeutet Pre-Playoffs. Weiter geht es am Freitag in München, beim souveränen Tabellenführer. Zwar beginnt jedes Spiel beim Stande von 0:0. Angesichts des momentanen Zustandes der Eisbären wäre es ein Wunder, wenn in München was zählbares herausspringen sollte. Wunder gibt es immer wieder.

Hans-Peter Becker

 

Stimmen

Constantin Braun (Verteidiger Eisbären Berlin)

„Den Ausschlag hat ein getroffener gegen einen nicht getroffenen Penalty gegeben. Krefeld ist zwar auf Tabellenplatz 14, sie sind eigentlich besser. Beim Ausgleich ist es uns erstmals bei einer 6 zu 5 Überzahl Situation ein Tor gelungen. Was die Gesänge der Fans betrifft, auf dem Eis bin ich im Tunnel und bekomme nicht soviel mit, ansonsten herrscht in Deutschland Meinungsfreiheit.“

 

Rick Adduono (Trainer Krefeld Pinguine)

„Unser Torwart hat unter Druck großartig gehalten. Die Punkte sind wichtig für das Erreichen eines Playoff Platzes. Die Mannschaft hat gut zusammengespielt. In Berlin zu gewinnen ist immer toll.“

 

Uwe Krupp (Trainer Eisbären Berlin)

„Wir hatten viel Scheibenbesitz, Torchancen rausgespielt, wir betreiben großen Aufwand, sind aber nicht in der Lage uns dafür zu belohnen. Ich finde wir haben ein gutes Spiel gespielt und wenig zugelassen. Das Spiel heute war charakteristisch für den Lauf den wir gerade haben, wie hart wir arbeiten müssen, um 2 Tore zu erzielen.“

 

Spieldaten

Ort MB Arena Berlin

28.12.2016 19:30 Uhr

Zuschauer ausverkauft

Schiedsrichter Schimm, Willi – Daniels, Eric – Höfer, Marcus – Merten, Jonas

Endstand 2:3 nach Overtime

0:1/0:0/2:1/0:1

 

Eisbären Berlin

Tor Vehanen, Petri – Cüpper, Marvin

1. Reihe Busch, Florian - Wilson, Kyle - Petersen, Nick Rankel, - Braun, Konstantin – Gervais, Bruno

2. Reihe Rankel, André - Talbot, Julian - Machacek, Spencer - Roach, Alexander - DuPont, Micky

3. Reihe MacQueen, Jamie - Adam, Maximilian - Tallackson, Barry - Baxmann, Jens – Wissmann, Kay

4. Reihe Braun, Laurin – Fischbuch, Daniel – Ziegler, Sven – Jahnke, Charlie

Trainer Uwe Krupp

 

Krefeld Pinguine

Tor Galbraith, Patrick - Treutle, Niklas

1. Reihe Umicevic, Dragan – Pietta, Daniel – Müller, Marcel – St. Pierre, Nicolas – Klubertanz, Kyle

2. Reihe Collins, Mike – Rosa, Marco – Vasiljews, Herberts – Hambly, Timothy – Faber, Maximilian

3. Reihe Schymainski, Martin – Koziol, Lukas – Little, Mike – Vainonen, Mikko, Sonnenburg, Kyle

4. Reihe Mieszkowski, Mike – Ness, Martin – Orendorz, Kevin

Trainer Rick Adduono

Kommentar schreiben

Kommentare: 0