Eisbären gewinnen erneut zu Null

Ingolstadt Eisbären Berlin
Foto: Stefan Wenske

Heimspielserie, Spiel Nummer 2, die Ingolstädter Panther gaben ihre Visitenkarte gab. Sie wurden gleich einmal kalt abgeduscht. Brauchte die Starting Six gegen Düsseldorf 49 Sekunden für das erste Tor, so unterboten sie diesen Rekord und schafften bereits nach 30 Sekunden die Führung zum 1:0. Darin Olver hatte einen Schuss auf Timo Pielmeier abgefeuert, der kam zurück, genau auf den Schläger von Bruno Gervais, der den Puck versenkte. Die Ingolstädter waren ähnlich unter Zugzwang wie die Eisbären. Der erreichte Punktestand ist bei beiden Teams bislang unter den Erwartungen. Es entwickelte sich ein sehr ausgeglichenes Spiel. Beide investierten viel. Es machte Spaß zu zusehen. Es lohnt sich nicht mehr, über die Verletzungsprobleme bei den Eisbären zu sprechen. Verteidiger Jonas Müller verletzte sich am Freitag, die Hoffnung, dass er gegen Ingolstadt wieder einsatzfähig sein könnte, erfüllte sich nicht. So mussten Kai Wissman und Maximilian Adam noch mehr Verantwortung übernehmen. Gerade die Abwehr gehörte zuletzt nicht zu den stabilsten Mannschaftsteilen. Nach der sehr frühen Führung drängten die Gäste auf den Ausgleich und hatten mehrfach große Möglichkeiten. Die Eisbärenabwehr stand und was durchkam wurde eine Beute des wiederum sehr gut aufgelegten Petri Vehanen. In der 14. Minute checkte David Elsner Maximilian Adam regelwidrig im Kopf und Nackenbereich. Adam konnte nicht sofort weiterspielen und so war für Elsner das Spiel beendet. Das Regelbuch sieht für so ein Vergehen eine 5+Spieldauerdisziplinarstrafe vor. Egal was passiert, die Ingolstädter mussten 5 Minuten in Unterzahl agieren. Diese Chance nutzten die Eisbären und erhöhten...

Jamie Macqueen
Tor, das 2:0 ist gefallen, Jamie Macqueen jubelt. Foto: Stefan Wenske

in der 17. Minute auf 2:0. Jamie Macqueen wurde mustergültig freigespielt und vollendete aus kurzer Distanz. Die Vorlage kam Nicolas Petersen, außerdem war noch Darin Olver an diesem Tor beteiligt. Der Mittelabschnitt bot ein unverändertes Bild. Ingolstadt wollte den Ausgleich und die Eisbären versuchten sich an einer Mischung aus Verwalten und kontrollierten Angriffen. Sie boten den Ingolstädtern zwei Überzahlspiele an. Zunächst kassierte Daniel Fischbuch eine 2 Minuten Strafe wegen eines nicht regelgerechten Anspiels und Micky DuPont leistete sich ein Beinstellen. Die Chancen für den Anschlusstreffer waren vorhanden, doch die Null hatte Bestand mit Beginn der letzten Drittelpause. In der Drittelpause feierte Maskottchen Bully seinen 15. Geburtstag. Auf dem Eis hatten sich andere Glücksbringer von Berliner Vereinen zum Gratulieren eingefunden. Es war wohl diese geballte Ansammlung von Glücksbringern, die die Gäste zur Verzweiflung brachten. Der Puck ging einfach nicht rein. Brandon Buck, der Top-Scorer der Ingolstädter, verlor die Nerven und nahm sich mit einer 10minütigen Disziplinar-Strafe selbst vom Eis. Die größte Chance für die Gäste vergab Patrick Köppchen, der allein vor Vehanen scheiterte. Die endgültige Entscheidung besorgte Darin Olver, als er in der 58. Minute ins leere Tor traf. Goalie Timo Pielmeier war zu Gunsten eines Stürmers auf die Bank beordert worden. Sekt oder Selters, der Puck rutschte unbarmherzig in Richtung des Tores und fand den Weg über die Linie. Das war es dann, in den verbleibenden knapp 3 Spielminuten ging es lediglich darum, wird es erneut ein Shutout für Petri Vehanen oder nicht. Es reichte erneut. Der Sturm schießt die Tore und die Abwehr gewinnt das Spiel. Die Abwehr war bisher alles andere als stabil und jetzt sind die Eisbären seit über 160 effektiven Spielminuten ohne Gegentreffer. Das ist beeindruckend. Sie haben dafür ihr Abwehrsystem umgestellt. „Wir sind eine Mannschaft, die mit der Scheibe kreativ sein will und die Defensivarbeit war ein bisschen daneben. Es geht darum, einfach mehr Aufmerksamkeit auf die Verteidigung zu legen.“ Diese Aussage bestätigte auch Verteidiger Constantin Braun. „Perfekt war das Wochenende nicht, es waren noch genug Situationen drin, wo unser Abwehrverhalten weiter verbesserungswürdig ist. Im Training haben wir daran gearbeitet, den Rush aus den gegnerischen Aktionen zu nehmen und das zahlt sich jetzt aus.“ Bereits am Mittwoch folgt Spiel 3 der Heimspielserie, zu Gast in der Arena sind dann die Straubing Tigers.

Hans-Peter Becker

 

Stimmen

Tommy Samuelson (Trainer ERC Ingolstadt)

„Mit einem besseren Powerplay hätten wir hier das Spiel enger machen können. Wir hatten unsere Möglichkeiten, es fehlte auch das Glück. Wir haben gut gekämpft und wenn wir so weitermachen, werde ich nicht unruhig.“

 

Uwe Krupp (Trainer Eisbären Berlin)

„Es war ein gutes Spiel von uns. Es war sehr ausgeglichen und es gab Situationen wo wir Glück hatten. Zufrieden bin ich mit der Abwehrleistung.“

 

Spieldaten

Ort MB Arena Berlin

27.11.2016 14:00 Uhr

Zuschauer 12.824

Schiedsrichter Brill, Bauer

 

Eisbären Berlin

Tor Vehanen

1. Reihe Olver, Busch, Petersen, C. Braun, DuPont

2. Reihe Wilson, Rankel, Tallackson, Adam, Gervais

3. Reihe MacQueen, Fischbuch, Ziegler, Baxmann, Wissmann

4. Reihe Hessler, Talbot, Machacek

Trainer Uwe Krupp

 

ERC Ingolstadt

Tor T. Pielmeier

1. Reihe Oppenheimer,Boyche, Buchwieser, Köppchen, Schopper

2. Reihe Irmen, Buck, Laiberte, Kohl, McNeill

3. Reihe Pohl, Taticek, Greilinger, Friesen, Salcido

4. Reihe Elsner, Th. Pielmeier, Jacques, Wagner

Trainer Tommy Samuelsson

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