Schiedsrichter kontra Trainer, hier stimmt etwas nicht

Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: SportickTV
Chefredakteur Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: SportickTV

Es gibt mal wieder Anlass, Grundsätzliches zum Verhältnis der Schiedsrichter und Trainer zu beleuchten. Trainer in der Bundesliga, sie werden gefeiert und öfter gefeuert. Die hohen Gehälter sind auch Schmerzensgeld. Erwischt hat es mal wieder Roger Schmidt, „was bist denn Du für ein Spinner“ hat er während des Spiels seinem Kollegen Julian Nagelsmann zugerufen. Der 4. Offizielle hat es gehört und über Funk seinen Chef auf dem Spielfeld übertragen. Roger Schmidt musste wieder mal auf der Tribüne Platz nehmen und wurde bestraft. Verdammt noch mal, das passiert halt mal in der Hitze des Gefechts. Was war daran eigentlich schlimm? Wie steril soll es noch werden? Fußball ist Kampf und einen Kampf ohne Emotionen, den kannst Du kaum gewinnen. Mussten die Unparteiischen denn unbedingt darauf anspringen? Von mir aus reagiert von außen auf Schiedsrichterbeleidigungen. Das diskutiere ich gern mit Euch; bin auf eure Meinungen gespannt. Trainer dürfen ihren abgegrenzten Raum an der Seitenlinie nicht verlassen, stehen sie auch noch so unter Strom. Unmittelbar daneben steht der 4. Offizielle und bewacht alles. Emotionen sollten dem Fußball erhalten bleiben. Und was ein Trainer so von sich gibt, hängt  oft von der Bedeutung des Spiels ab. Das Sie mal verbal aneinander geraten, gehört einfach dazu. Nach dem Spiel gibt es den Handschlag und alles ist vergessen....

Aber hier (?). In anderen Stadien und von engagierten Managern fallen bei Ärgernissen garantiert schlimmere Worte. Ich kenne Zitate genug. Es ist grundsätzlich ein menschliches Problem. Es gibt Beispiele, wo Schiedsrichter mit einer falschen Entscheidung, mit einem einzigen Pfiff, die Arbeit eines Trainers von einem halben Jahr kaputt gemacht haben. Ganz schlimm, wenn dazu ein arrogantes Lächeln die Szene "von Amtswegen begleitet". Generell im Fußball, in welcher Klasse auch immer, muss ein Trainer das Recht haben, Emotionen rauszulassen. Man kann nicht alles in sich hineinfressen. Die Leverkusener Mannschaft hat gegen Hoffenheim eine beschissene Leistung abgeliefert. Sie hatten gerade das 0:2 gefressen, da ist es passiert. Roger Schmidt, nun ein Wiederholungstäter wurde deshalb hart - mit 15.000 Euro - bestraft. Der zusätzlich für 2 Spieltage gesperrte Trainer saß im Mannschaftsbus vor dem Stadion in Lotte und seine Mannschaft lieferte die Lachnummer des Tages ab. Der Champions-League Teilnehmer vergeigte doch tatsächlich eine Führung in der Verlängerung gegen einen Drittligisten, der zudem seit der 79. Minute mit einem Spieler auskommen musste. Lotte kam im Elfmeter schießen weiter. Wir wissen nicht, ob Roger Schmidt vor Wut den Monitor im Mannschaftsbus abgerissen hat. Übrigens Nagelsmann, der andere Betroffene, sagte selbst: „Das passiert, das habe ich Schmidt nicht übel genommen“. Nach Spielende gab es, wie unter Ehrenmännern üblich, auch sofort Shake Hands. Früher, als noch nicht so viele Mikrophone und Kameras im Stadion standen, sind härtere Nettigkeiten ausgetauscht worden. Die heutigen Trainer sind dagegen die reinsten Waisenknaben. Ich spreche da wieder aus eigener Erfahrung, und um Klartext zu sprechen: Hier stimmt etwas nicht im Verhältnis Trainer .,– Schiedsrichter. Ich schäme mich für den Amtsschimmel! Der 4. Offizielle soll seine Tafel hochhalten und ansonsten schön aufpassen, damit die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Was meint ihr ? Ich verneige mich, bleibt sportlich, tschüss und alles Gute bis zum nächsten Mal!

PS: So auch in meiner regelmäßigen Kolumne Klartext

Christian Zschiedrich

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