Eisbären rupfen die Adler – ein Krimi am Sonntagnachmittag

Adler Mannheim Daren Olver Jens Baxmann
Daren Olver netzte ein Foto: Stefan Wenske

Nach Augsburg am Freitag ging es am Sonntag mit Mannheim weiter. Wer wollte konnte sich beim Vorspiel der Eisbären-Junioren auf das DEL-Spiel einstimmen. Die Junioren spielten um Punkte in der Nachwuchsliga DNL gegen die Junghaie aus Köln. Dieses Spiel ging verloren mit 2:3 nach Verlängerung. Die Juniors sind nach 14 Spielen in dieser Liga Tabellenzweiter. Ab 16:30 Uhr waren die großen Eisbären dran. Der amtierende Meister machte mächtig Druck und ging bereits nach 49 Sekunden in Führung. Es war noch die starting six auf dem Eis. Der Torschütze war Jamie Tardif. Anschließend entwickelte sich ein Spiel, das deutliche zeigte, wer der amtierende Meister ist und wer in den letzten Play-offs hängen blieb. Die Eisbären gerieten gehörig unter Druck, mussten Schwerstarbeit in der Defensive verrichten. Die 11.529 Zuschauer sahen insgesamt 21 Reaktionen des Mannheimer Torhüters Youri Ziffzer, vier Mal musste er den Puck aus dem Tor holen. In der 10. Minute schob ihm Jens Baxmann die schwarze Scheibe durch die Schoner. Im 2. Drittel ging es so weiter, Angriff auf Angriff trugen die Mannheimer vor das Vehanen Tor. Als Chad Kolairk in der 31. Minute einen Angriff erfolgreich abschloss, die Mannheimer erneut in Führung gingen, sah es nicht nach einem Eisbären Sieg aus. Der Druck auf die Eisbären wurde phasenweise übermächtig. Entlastung war gefragt und diese gelang, ein Doppelschlag.......

in 35. und 38. Minute brachte die Eisbären in die Vorhand. Zunächst überwand Darin Olver den Goalie mit einem beherzten Schuss über die Fanghand und dann war es Kyle Wilson der sogar die Führung besorgte. Es war erstaunlich, wie effizient die Eisbären ihre wenigen Angriffe zu Toren nutzen konnten. Nach 40 Spielminuten führten sie mit 3:2. Es blieb ein Eishockey-Krimi bis zur Schlusssirene . Beide Mannschaften haben zur Zeit mit Ausfällen von wichtigen Spielern zu kämpfen. Bei den Eisbären mussten erneut mit Maximilian Adam, Vincent Hessler und Kai Wissmann drei Youngster ran. Im Schlussabschnitt stellte Uwe Krupp von 4 auf 3 Sturmreihen um, die Eiszeit für Hessler und Adam war beendet. Mannheim schaffte nochmals den Ausgleich, die Gäste nutzten gleich ihr erstes Überzahlspiel. Julian Talbot saß wegen Spielverzögerung auf der Strafbank und musste von dort mit ansehen, wie Aaron Johnson mit einem Kracher von der blauen Linie den Puck in das Tor beförderte. Es war unglaublich, aber die Eisbären schlugen erneut zurück, Bruno Gervais war der Torschütze zum 4:3 in der 51. Minute. Die jetzt noch ausstehenden 9 effektiven Spielminuten waren nichts für Bluthochdruckpatienten. Die Eisbären verteidigten mit Glück und Geschick den kostbaren Vorsprung bis zur erlösenden Sirene. Es war vollbracht und unter dem Strich stand ein 6 Punkte Wochenende. In der Tabelle bedeutet dies Platz 5 nach 13 absolvierten Saisonspielen. Mannheims Trainer Sean Simpson war in der Pressekonferenz kurz angebunden. „Wir haben eine gute Leistung gebracht, schade, dass wir nicht gewonnen haben“. Die Eisbären haben ein Spiel gewonnen, dass eigentlich nicht zu gewinnen war. Fast das gesamte Spiel über standen sie mit dem Rücken zur Wand. Sie hatten kaum Spielanteile. „So wie du spielst, so stehst du in der Tabelle, im Moment sind wir fünfter, wir wussten vor der Saison, das wir um diese Plätze kämpfen müssen.“ Die personelle Situation bleibt weiter angespannt. Es hilft nichts, die jungen Spieler müssen weiter ran.

Hans-Peter Becker

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