Hertha BSC gewinnt Duell der Verfolger

Man traut seinen Augen nicht, nach 8 Spieltagen mischt Hertha BSC kräftig in der Spitzengruppe obersten deutschen Spielklasse mit. Es ist knapp und dadurch spannend wenn die Hertha spielt. Mal abgesehen von der vergeigten Euro-Quali. haben sie erst ein Spiel in der laufenden Saison verloren. Läuferisch stark und mit taktischer Disziplin hat es bisher – mal abgesehen vom Auswärtsspiel in München - stets für mindestens einen Zähler gereicht. So steht die aktuelle Punkteausbeute bei 17 von 24 möglichen Punkten. Die Zusammenstellung des Kaders ist ausgewogen wie lange nicht. Gegen Köln konnten ohne Umstellung der bewährten taktischen Grundordnung (4-2-3-1) die Ausfälle von Darida und Stocker kompensiert werden. Kalou versuchte sich als 10er. Es lief nicht soviel durch die Mitte wie sonst. Dafür wurde mehr über die Flügel gespielt. Die Außenverteidiger boten sich entweder als zusätzliche Anspielstationen an oder übernahmen selbst die Angriffsvorbereitung. Das erste Tor im Spiel entsprang einer Vorbereitung von Mitchell Weiser. Es folgte ein typisches Ibisevic-Tor, bereits in der 13. Spielminute. Die befürchtete Langeweile blieb aus. Köln musste was tun und blieb immer gefährlich. Peter Stöger ließ ein 4-4-2 System mit einer sogenannten Doppelsechs spielen. 10 Torschüsse brachten die Kölner im gesamten Spiel zustande. Davon landete einer im Hertha Tor durch Modeste in der 65. Minute nach gelungener Vorarbeit von Leonardo Bittencourt, der in Halbzeit 2 den glücklosen Osako ersetzte. Es war auch die einzige Szene, wo die Hertha-Abwehr im Schlafwagen Platz genommen hatte. Nach dem Ausgleich drohte das Spiel zu Gunsten der Kölner zu kippen. Niclas Stark vollendete per Kopf eine Vorlage von Julian Schieber (kam ab der 68. Minute für Esswein), den Freistoß hatte Weiser getreten. Glück in der Schlussphase, als die Kölner nur den Pfosten trafen und ein Tor von Rudnevs zu Recht keine Anerkennung fand. Rudnevs war mit unfairen Mitteln an den Ball gekommen. Gegen 17:20 Uhr war es vollbracht, die Hertha Profis konnten sich vor der Ostkurve feiern lassen. 60.000 Zuschauer, darunter 3.000 Kölner im Olympiastadion hatten ein gutes Bundesligaspiel gesehen. Es standen sich zwei Teams auf Augenhöhe gegenüber. Am Ende entschieden die berühmten Kleinigkeiten und das Quäntchen Glück, das stets dem Tüchtigen gebührt. Einsam an der Spitze thronen die Münchner Bayern. Gladbach konnte in München nichts holen. Zunächst übernachtet Hertha auf dem zweiten Tabellenplatz. RB Leipzig könnte vorbeiziehen, vorausgesetzt, sie gewinnen am Sonntag ihr Heimspiel gegen Werder Bremen.

Hans-Peter Becker

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