Union und Hertha spielen Männerfußball

Thomas Tuchel Pal Dardai Union Berlin Hertha BSC
Foto: Sportick

Beide Berliner Proficlubs wissen im Moment zu reüssieren, stehen in ihrer Liga richtig gut da. Hertha BSC hat in Dortmund einen Punkt erkämpft. Mit Glück und noch mehr Geschick, es läuft halt in Charlottenburg. Das war Männerfußball, das gefällt mir, so ungefähr äußerte sich Pal Dardai nach dem Spiel. Beim Fußball geht es manchmal zur Sache. Uwe Seeler hatte dafür einen Spruch parat, „sportlich sein, heißt hart, aber fair bleiben “. So war es in Dortmund, ein guter Schiedsrichter und ein Kompliment an Sebastian Langkamp. Er gab nach dem Spiel unumwunden zu, in der Szene mit Dortmunds Emre Mor „überreagiert“ zu haben. Trotzdem muss sich der 19jährige türkische Däne in so einer Situation einfach besser im Griff haben. Mit dieser Spielweise bekommt man auf die Socken, dass muss er wegstecken. Sicherlich ein Lernprozess für ihn. Dortmunds Trainer Thomas Tuchel war genervt von der Diskussion über angeblich zu viele Fouls gegen sein Team. Naja, er selbst hat sie entfacht mit seinen Äußerungen nach dem Spiel in Leverkusen. Ein Blick in die Spielstatistiken sollte die Sache etwas abkühlen. Leverkusen beging an den Dortmundern 21 Fouls und Hertha – das Spiel war mitnichten unfair – brachte es auf 22 Fouls. Andersherum foulten die Dortmunder....

in Leverkusen nur 7 mal, gegen Hertha griffen sie in 13 Situationen zu unerlaubten Mitteln. Die rote Karte für Herthas Valentin Stocker war unnötig und gerechtfertigt.

Gehen wir eine Liga tiefer. Die Festung Stadion An der Alten Försterei konnte auch vom Erstligaabsteiger aus Hannover nicht eingenommen werden. Da wir gerade bei der Foulstatistik waren, das Spiel war von Härte geprägt, eben Männerfußball, 20 Foulspiele begingen die Hannoveraner und die Eisernen brachten es auf 12. Schiedsrichter Robert Hartmann verteilte insgesamt 7 gelbe Karten. Nach fast 100 Spielminuten – das Spiel war aus pyrotechnischen Gründen etwas länger unterbrochen – hatten die Eisernen Saisonsieg Nummer 5 unter Dach und Fach gebracht. Die Heimstärke ist erstaunlich. In diesem Spiel hatte der Fußballgott zusätzlich ein Union-Trikot an. In der Phase, wo Hannover stärker wurde sorgten die eigenen Fans für eine Spielunterbrechung. Es mussten unbedingt die nach Berlin mitgebrachte Pyrotechnik verbraucht werden. Das dürfte für beide Vereine noch teuer werden. Collin Quaner wird eingewechselt und gleich seine zweite Ballberührung ist ein strammer Schuss in das Tor und nur 4 Minuten später legt er für seinen Stürmer-Kollegen Philipp Hosiner das 2:0 auf. Der Anschlusstreffer fiel zu spät. Daniel Stendel, Hannovers Trainer konstatierte enttäuscht, „Union hat die Erwartungen erfüllt, das 1:0 fiel in der Phase, wo wir eigentlich näher dran waren.“ Das Spiel war Werbung für die zweite Liga, enormes Tempo und körperlich robust, Männerfußball eben.

Hans-Peter Becker

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