Eisernen gewinnen das Duell der Kult-Clubs

„Wir sind hier bei einer momentan echten Spitzenmannschaft angetreten“, so äußerte sich der Trainer des FC St. Pauli in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Er musste eine 0:2 Niederlage erklären. Es war das insgesamt 15 Aufeinandertreffen in der 2. Bundesliga. Mit diesem Sieg ist die Bilanz gegen St. Pauli für die Unioner jetzt im Plus, mit 6 Siegen. Es war in der laufenden Saison auch der vierte Sieg in Folge, ein Vereinsrekord. Union spielte clever und schoss die Tore im richtigen Moment. Philipp Hosiner rückte für den verletzten Collin Quaner in die Startelf und erzielte gleich das 1:0. Ein Einstand nach Maß, kann man dazu nur sagen. Fast noch besser war die Vorarbeit von Kenny Prince Redondo. Hosiner war der Königstransfer zu Beginn der Saison. Gleich am ersten Spieltag zog er sich eine Verletzung zu. Bis jetzt nahm er seine Rolle des Reservisten klaglos hin. „So stellt man sich ein Comeback vor, eine Top-Mannschaft zeichnet aus, dass sie nicht nur von einem Spieler abhängig ist. Jeder muss in der Offensive treffen.“ Ein sehr aufgeräumter Philipp Hosiner ...

Ewald Lienen Jens Keller
Ewald Lienen Trainer FC St. Pauli (Foto: Hans-Peter Becker)

stellte sich der Presse. In der 67. Minute wurde er ausgewechselt. Für ihn auf das Feld kam der Spieler mit der 17, die gehörte einst Torsten Mattuschka, jetzt trägt sie Simon Hedlund. Es war für den 23jährigen Schweden der zweite Pflichtspieleinsatz. Das Stadion war, selbstverständlich wenn St. Pauli kommt, restlos ausverkauft. Auf dem Weg zum Stadion waren viele Schilder „suche Karte“ zu sehen. Schiedsrichter Harm Osmers leitete die Partie souverän. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde im St. Pauli Block gezündelt. Der Rauch zog ab in Richtung Spree. Der Mannschaft von St. Pauli hat es nicht geholfen. Sie berannten das Tor der Eisernen, immer mehr mit dem Mute der Verzweiflung. Ewald Lienen stellte die taktische Grundordnung um und brachte einen zusätzlichen Stürmer. St. Pauli wurde nur in den statistischen Werten besser. Sie kamen zu mehr Eckbällen, Torschüsse und Ballaktionen. Das einzige was zählt, sind Tore und Jakob Busk hielt seinen Kasten sauber. Lediglich ein Gegentor ließen sie in der Siegesserie zu. Erstaunlich in den vier Pflichtspielen zuvor, einschließlich Pokal, kassierten sie acht Gegentore. Wie geht das, wurde Jens Keller gefragt, zumal sich am Personal kaum etwas geändert hat? „Videoanalyse und viel mit den Spielern sprechen, das sind Möglichkeiten, zudem waren wir in den ersten Saisonspielen oft zu unkonzentriert.“ Sie haben einen Lauf die Köpenicker und der Hang zum Größenwahn ist nicht ausgeprägt. Der Blick auf die Tabelle zeigt, Union steht, erst mal bis Freitag, auf einem Aufstiegsplatz. Die nächste Aufgabe wartet in Nürnberg.

Hans-Peter Becker

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