Bundesliga: Fußball der Spaß macht

Da ist in erster Linie das letzte Sonntagspiel Mainz 05 gegen TSG Hoffenheim zu nennen. Fünf Tore in Halbzeit 1, 3:0 stand es schon nach 27 Minuten. Wagners 3:1(39.) gab den Mannen von Trainer Nagelsmann erste Hoffnung. Öztunali (43.) stellte allerdings die 3-Tore-Führung wieder her. Ein klares 4:1 für Mainz beim Pausentee. Der Drops schien gelutscht. Dann die enorme Moral der Gäste. Da war sogar noch ein Sieg drin. Allerdings lag Schiri Markus Schmidt daneben, als er dem Mainzer Bussmann wegen angeblicher Notbremse die total überzogene Rote Karte zeigte. So kamen 27.408 Zuschauer voll auf ihre Kosten, Spannung pur. Hoffenheim gelang durch Uth (71. und 72.) ein Doppelschlag zum 4:3. Zalai (84.) hämmerte mit voller Wucht den Ausgleich.

Der 2. Spieltag ist in Hui- und Pfui-Begegnungen zu unterscheiden. Nicht annähernd sahen 29.067 in Wolfsburg trotz Gomez Fußball der gehobenen Art. Kaum Torschüsse der favorisierten Platzherren. Gegen den 1.FC Köln, der eine Punkt ist ein Auswärtserfolg, blieb es torlos – ein Weggucker, deshalb verschwenden wir hier kein weiteres Wort. Im mit 24.000 Zuschauern ausverkauften Schwarzwaldstadion in Freiburg wurde gegen Borussia Mönchengladbach dagegen richtig Fußball gespielt. Das lobte sogar Freiburgs Trainer Christian Streich. Hazards Führungstreffer (35.) wurde imponierend mit Schwung und Angriffslust in Halbzeit 2 umgebogen – beherzt 2mal Philipp und Petersen per Elfmeter. Umjubelter Endstand 3:1, Fußball, wie er begeistert, mitreißt und Spaß macht.

 

In Bremen lief noch gar nichts zusammen. Werder spielte gegen Augsburg ohne Ideen, wie ein Absteiger und verlor das Heimspiel gegen die Dirk Schuster-Elf trotz Halbzeitführung mit 1:3 vor 39.430 Zuschauern. Werder-Trainer Viktor Skripnik bekam zwar vom Verein eine Garantie zur Weiterbeschäftigung. Aus Erfahrung wissen allerdings Trainer, was so eine Garantie bedeuten kann. Was im Fußball alles möglich ist, erlebten wir beim Main-Derby der Frankfurter Eintracht in Darmstadt. Frankfurt schnürte die Platzherren völlig ein, 80% gefühlter Ballbesitz, doch kein Durchsetzungsvermögen der Kovac-Schützlinge. Selbst Goalgetter Meier kam nur zu einem einzigen Torschuss. Dafür „glänzte“ Norbert Meier, der Darmstädter Trainer. 81. Spielminute: Ben-Hatira raus Sirigu rein. Minute 90: Sirigu will nach eigenen Aussagen von rechts auf den langen Pfosten flanken, das Leder landet aber genau im lange Toreck mit dem ersten Torschuss zum 1:0. Alle Spiele ...

Wie lange ist wohl her, startete Hertha BSC in seiner bisherigen Bundesliga-Geschichte (wurde 1963 gegründet) mit 2 Siegen? Noch nie ! Heuer erstmals ! 14.100 Zuschauer in Ingolstadt. Schiri war Dr. Jochen Drews. Pal Dardai griff unverändert auf bewährte Kräfte zurück. Für den verletzten Skjelbred spielt Stark. An der Seitenlinie für Ingolstadt, der neue Trainer Kauczinski, vorher Karlsruhe. Ingolstadt macht sofort Dampf, Dardai läßt das Konterspiel praktizieren und liegt genau richtig. Es wurde ein geruhsamer Nachmittag. Ibisevic sorgte früh (8.) für die Führung und Herthas Bollwerk steht. Torwart Jarstein strahlte Ruhe und Sicherheit aus. Die endgültige Entscheidung fällt spät (86.). In der 79. Minute kommt Schieber für Ibisevic. Und wer sonst? Wie gegen Freiburg vollendete er, diesmal per Kopf zum 2:0 für Berlin – Hertha BSC hat, wie Bayern München, 6 Punkte nach 2 Spieltagen, Tabellenplatz 2.

 

Apropos die Bayern, bereits am Freitag auf Schalke wurde erwartungsgemäß 2:0 gesiegt, in einem kampfbetonten, schnellen und ansehnlichen Spiel. Schalke gab sich erst spät geschlagen: Neu-Trainer Ancelotti beklatschte Lewandowskis 1:0 (81.). Vorher allerdings ließ Lewa zwei Großchancen aus. Jan Huntelaar wartete übrigens in der 56. Minute mit einem Lattenknaller auf. Torwart Neuer war noch mit den Fingerspitzen dran. Trainer Weinzierl sah eine gute Schalker Mannschaft. Neu-Nationalspieler Kimmich erzielte in der Nachspielzeit das 2:0. Jetzt kommt es zur interessanten Begegnung im Berliner Olympia-Stadion Hertha BSC – Schalke 04.

 

Bayer 04 Leverkusen – Hamburger SV 3:1. Hamburg sah schon wie ein Sieger in Leverkusen aus, führte vor 30.210 Z. bis zur 79. Minute durch das Tor von Wood (58.). Bellarabi schied übrigens nach 10 Sekunden verletzt aus. In der 72. Minute wurde Pohjanpalo für Mehmedi eingewechselt und dieser Pohjanpalo schaffte in der verbleibenden Zeit in der 79., 90+1 und 90 + 4 den Hattrick zum 3:1.

 

Zu Unrecht rangiert bei mir die Begegnung Leipzig – Dortmund an letzter Stelle. Leipzig erwies sich als eine Bereicherung für die Bundesliga. 89 Minuten lang waren die Zuschauer gefesselt und das Spiel war wieder einmal der Beweis dafür, dass torlose Spiele auch spannend und sehenswert sind. Die Red Bull Arena war mit 42.959 Zuschauern ausverkauft. Die Trainer Hasenhüttl und Tuchel zeigten sich emotional besonders engagiert. In der 84. Minute kam Keita für den völlig ausgepumpten Käpt’n Kaiser. Keita, der gerade Eingewechselte, vollendete einen zielstrebigen Rechtsangriff aus kurzer Distanz zum 1:0 (89.).

Christian Zschiedrich

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