Eisernen ballern Karlsruhe aus dem Stadion

Am Tag vor dem Spiel hatten sich der Regierende Bürgermeister und der Union-Präsident auf den endgültigen Standort für den geplanten Bau eines Nachwuchsleistungszentrums geeinigt. Nicht schlecht, solch Nachricht eine Woche vor der Wahl. Könnte ja noch ein paar Stimmen bringen. Gebaut wird jetzt am Bruno-Bürgel-Weg. Diese erfreuliche Nachricht, dass die Eisernen einen großen Schritt tun können für die Ausbildung zukünftiger Profis, schien zu beflügeln. Die aktuellen Profis hatten in der ersten Halbzeit alles im Griff. Jens Keller veränderte nicht viel, lediglich Roberto Puncec musste seinen Platz in der Innenverteidigung für Fabian Schönheim räumen. Ansonsten begann das bewährte Personal und wieder war es ein 4-3-3 in der taktischen Grundordnung. Die ersten 45 Spielminuten waren das Beste, was die Eisernen in dieser bisher anboten. Von der ersten Sekunde an hellwach, konsequent und mit viel Druck, so agierten die Eisernen. Die Karlsruher fanden nicht statt. Sie verwechselten wohl den sonnen-überfluteten Rasen in der Wuhlheide mit einer Liegewiese. Die Sofas sind aber seit der WM 2014 weggeräumt. Dass die Gäste zur Halbzeitpause nur mit 0:2 hinten lagen grenzte an ein Wunder. In der 22. Minute landete ein abgefälschter Schuss von Damir Kreilach im Tor. Zuvor vergaben die Unioner bereits drei Riesenchancen. Nur 2 Minuten später hätte Steven Skrzybski das 2:0 machen müssen, er verfehlte das leere Tor. In der 44. Minute schlug der erneut überragend spielende Collin Quaner zu und sorgte für noch gedrücktere Stimmung.....

 

 

bei der Halbzeitansprache von Thomas Oral. Es wurde nach der Pause nicht besser. Die Karlsruher schauten sich weiter nach den Sofas um und die Eisernen blieben konzentriert. Kreilach vergab in der 46. Minute die Riesenchance zum 3:0, es fiel in der 61. Minute, Skrzybzki verwandelte einen 11er. Quaner wurde im Strafraum gefoult. Erwähnt werden muss unbedingt die 51. Minute. Da sahen die 19.356 offiziellen Zuschauer den allerersten Torschuss der Karlsruher nach einem gelungenen Angriff. In der 76. Minute bekamen die Gäste die Höchststrafe verpasst. Ein Eckball flog in den Strafraum und Quaner konnte ihn in aller Ruhe volley in das Tor befördern. Mutterseelenallein stand er da 12 Meter vor dem Tor. Spätestens jetzt dürften die Karlsruher Abwehrspieler Alpträume bekommen haben. Was der Unioner mit der Rückennummer 21 da veranstaltete, unglaublich. Er strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Trainer Keller gönnte ihm Sonderapplaus, in der 79. Minute war sein Dienst auf dem Feld beendet. Philipp Hosiner übernahm die Sturmmitte. Es mussten die restlichen 11 Minuten noch gespielt werden, beim Boxen wäre längst das Handtuch aus der Ecke geworfen worden. So was ähnliches tat Schiedsrichter Arne Aamink, pünktlich beendete er die Partie. Warum sollte er auch das Leiden des KSC unnötig verlängern ? Es gibt solche Tage, während dem Einen alles gelingt, geht auf der anderen Seite gar nichts. Der KSC war mit dem 0:4 noch gut bedient.

 

Hans-Peter Becker

 

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