Hitzeschlacht in Bielefeld endet 4:4 Unentschieden

Arminia Bielefeld Quaner Kroos Schüco Arena
Foto: Sportick

Es war kein Wetter zum Fußballspielen. Der Sommer legte sich noch einmal mächtig ins Zeug. Über 30 Grad im Schatten gab es auch in der Schüco-Arena in Bielefeld. Was soll man machen, die Spiele sind nun mal so angesetzt. Unions Trainer Jens Keller änderte nicht viel. Er blieb bei seinem System mit 3 Stürmern. In der Verteidigung und im Mittelfeld veränderte er nichts, lediglich im Sturm durfte auf der linken Seite Adrian Nikci für Kenny Redondo ran. Für Nikci waren es die ersten Einsatzminuten der Saison. Die Arminen waren nicht gewillt, freundliche Gastgeber zu sein. Eine Ausnahme machte nur der erfahrene Bielefelder Torhüter Wolfgang Hesl. Er ließ in der 38. Minute einen Schuss von Stephan Fürstner durch die Beine rutschen. Bei einem Kreisliga A – Team hätte das anschließend eine Runde im Vereinslokal gekostet. Dieses Gastgeschenk war der Ausgleich für die Eisernen, die bis dahin nicht eine einzige Torchance hatten. Sebastian Schuppan hatte die Arminia mit einem Freistoß in der 30. Minute in Führung gebracht. Gekonnt hob er das Spielgerät über die Abwehrmauer. Jakob Busk hatte keine Chance zur Abwehr. Einen Knacks hinterließ der Torwartpatzer nicht. Nur 5 Minuten später wurde den Eisernen demonstriert was Konterfußball ist. Schneller Abwurf durch Hesel bis an die Mittellinie, Schütz leitete sofort weiter auf Christoph Hemlein, der geht in Richtung Eckfahne, Flanke in den Strafraum und dort kann der Kapitän Fabian Klos den Ball über die Linie drücken. Die Führung zur Pause war verdient für die Arminia. Die Halbzeitansprache des Union-Trainers dürfte etwas energischer ausgefallen sein. Jetzt drehten die Gäste auf und erspielten sich gute Chancen auf den Anschlusstreffer. Endlich gab es Freistöße und Eckbälle für die Berliner. Das erste Tor der zweiten Halbzeit erzielte die Arminia. Christopher Nöthe überwand Jakob Busk mit einer Direktabnahme. 63. Minuten waren gespielt, es war über 30 Grad warm, der Drops schien gelutscht. Nur 3 Minuten später.....

 

wurden die Angriffsbemühungen der Eisernen endlich belohnt. Ein trickreich ausgeführter Freistoß von Felix Kroos, der sah Steven Skrzybski und plötzlich war der Spielstand wieder interessant. Erst 2:3 und dann, das musste einfach passieren, nur 2 Minuten später der obligate Treffer durch Collin Quaner. Er hielt einfach drauf, Tribünendach oder Held des Tages, das Ding war drin, erst Torlatte, dann knapp hinter der Linie, dann sprang der Ball wieder raus, ein Wembley-Gedächtnistor. Der Schiedsrichter war sich unsicher, sein Assistent hatte es richtig gesehen und sofort signalisiert. Es stand 3:3, die Bielefelder hatten ihren 2 Tore-Vorsprung vergeigt. Das Spiel schrieb erst die 68. Spielminute, es war geeignet dem Fußball neue Anhänger zuzuführen. Wer zum ersten Mal live im Stadion war kommt bestimmt wieder. Kompliment an alle Akteure, alle wollten den Sieg. Für etwa 3 Minuten waren die Eisernen die Sieger. Der doppelte Skrzybski drehte das Spiel in der 81. Minute. Das Tor Nummer 4 fiel aus abseitsverdächtiger Position. Das Glück des Tüchtigen hatten die Eisernen. Der Fußballgott wollte es gleichmäßig verteilen. Der Schiedsrichter wurde unabsichtlich angeschossen. So wurde Timo Gerach aus Landau zum Assistenten für den 4:4 Ausgleich durch den erst in der 78. Minute eingewechselten David Ulm. Was für ein Spielverlauf ? Für den Zuschauer war es sehr unterhaltsam, für die Trainer und sonstigen Fachleute viel Stoff zur Analyse. Beide nehmen einen Punkt mit aus dieser epischen Fußballschlacht und warteten weiter auf den ersten Sieg in der Liga. Seien wir ehrlich, wenn schon unentschieden, dann ist ein 4:4 besser als ein 0:0.

Hans-Peter Becker

 

1. FC Union spielte in folgender Aufstellung:

4-3-3

Tor: J. Busk

Abwehr: C. Trimmel T. Leistner R. Puncec K. Petersen

Mittelfeld: S. Fürstner (ab 65. E. Zejnullahu) F. Kross (90. M. Parensen) D. Kreilach

Sturm: A. Nikci (ab 80. K. Redondo) C. Quaner S. Skrzybski

Gelbe Karten

S. Fürstner R. Puncec F. Kroos

Stadion:

Schüco-Arena Bielefeld

13.604 Zuschauer

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