1. FC Union - Unentschieden im Ostderby

1. FC Union
Die Fans gaben - wie immer - alles. Foto: Hans-Peter Becker

Das gibt es im Profigeschäft nicht alle Tage, dass der Trainer der Gastmannschaft mit Beifall begrüßt und nach seiner Namensnennung zum Fußballgott ausgerufen wird. Uwe Neuhaus kehrte mit den Dresdener Dynamos an seine einstige Wirkungsstätte zurück. Es war ein Klassentreffen zweier ehemaliger Ostvereine. Die gelb-schwarzen aus Elbflorenz, zu alten DDR-Oberligazeiten den rot-weißen aus Berlin-Köpenick sportlich meist weit voraus. Die Zeiten haben sich geändert. Seit 1991 ist die DDR-OBERLIGA Geschichte, die in diesem Jahr Geborenen längst volljährig. Für diese Generation von Fans wabert jede Menge Geschichte durch das Stadion. Vor dem Anpfiff gab es eine Gedenkminute der besonderen Art. Die langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin für die Betreuung von Fans mit Behinderungen war im Juli verstorben. Gemeinsam schickten alle im Stadion Anwesenden einen langanhaltenden Applaus in den Abendhimmel. Die Unioner spielten mit Trauerflor.

Auf dem Rasen gab es zunächst verkehrte Welt. Dresden überraschte mit sehr offensivem Auftreten. Sie wirkten phasenweise wie die Heimelf. Beide Trainer ließen ihre Mannschaft in einem 4-3-3 System auflaufen. Bis auf Philipp Hosiner, er wurde ersetzt durch Collin Quaner, lief die identische Startelf von Bochum auf. In der 8. Spielminute gingen die Gäste.....

Uwe Neuhaus
Gäste-Trainer Uwe Neuhaus war zufrieden. (Foto: Sportick)

durch einen Treffer von Aias Aosmann in Führung. Dieses Gegentor hing den Eisernen schwer in den Kleidern. Sie brauchten bis zur 24. Minute, um den ersten Torschuss des Spiels platzieren zu können. Fast hätten die Gäste auf 2:0 erhöht, in der 32. Minute klatschte der Ball an den Torpfosten. Da hatten sie mächtig Glück, es wäre ein langer Weg zurück in dieses Spiel geworden. So ging es mit dem knappen Rückstand in die Pause. In der 2. Halbzeit lief es besser für die Eisernen. Sie drehten durch zwei Tore von Collin Quaner das Spiel. Der als Mittelstürmer aufgebotene Quarner war in Halbzeit 1 einer der wenigen Lichtblicke. In Halbzeit 2 verdiente er sich Bestnoten. Seine beiden Tore fielen in der 58. und 66. Spielminute. Unions Führung hielt bis zur 69. Minute. Niklas Hartmann überspielte mit einen Pass die Innenverteidiger, in den Lauf von Lumpi Lampertz und der spitzelt den Ball am verdutzten Jakob Busk vorbei ins Tor. War der unhaltbar oder hatte Busk eine Aktie daran ? Jedenfalls war die erkämpfte Führung futsch. In der 76. Minute holte Jens Keller seinen Kapitän Felix Kroos vom Feld. Er muss mit seinen Fähigkeiten einfach mehr zeigen. Es war nicht sein Spiel, viele seiner Anspiele landeten beim Gegner. Für ihn kam Errol Zejnullahu, der mit dafür sorgte, dass der Angriffsdruck der Eisernen zunahm und die Dynamo-Abwehr eins ums andere Mal ins schwimmen kam. Mit Glück und enormer Kampfkraft hielten die Aufsteiger aus Dresden den Punkt fest. Saison übergreifend hat Dresden 18 Spiele in Folge nicht mehr verloren. Union bewahrt den Heimnimbus, seit Oktober 2015 sind sie in der AF nicht mehr besiegt worden. Die Liga macht jetzt Pause. Die Eisernen reisen nach Duisburg, der erster Gegner im Pokal.

Hans-Peter Becker

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