Unglückliche Niederlage in Bochum

Die Wahrheit liegt wie immer auf dem Platz. Was zählen Siege gegen höherklassige Mannschaften in der Vorbereitung ? Nichts, die harte Währung im Profifußball sind errungene Punkte in der Liga. Nach dem 1. Spieltag steht bei den Eisernen noch nichts auf Habenseite. Die Niederlage in Bochum fällt unter die Kategorien „unglücklich“ und „vermeidbar“. Es war das von Trainer Jens Keller prophezeite Duell auf Augenhöhe. Es sind die berühmten Kleinigkeiten, die solche Duelle entscheiden. Sie haben auch einiges gemeinsam die Bochumer und die Köpenicker, viel Tradition, treue Fans und beide haben ihren Torschützen vom Dienst der letzten Saison eingebüßt. Die Rede von Simon Terodde und Bobby Wood. Die 3 Tore der Partie wurden nicht von etatmäßigen Stürmern erzielt. Davon hatten die Eisernen ganze 3 auf dem Platz. Jens Keller ließ tatsächlich ein 4-3-3 spielen. In der 4er Abwehrkette spielten Trimmel und Neuzugang Pedersen auf den Außenpositionen, Schönheim und Leistner bildeten das Innenverteidiger-Pärchen. Davor agierten Fürstner, Kreilach und Kroos im Mittelfeld und die Stürmer Hosiner, Skrzybski und Redondo. Zwei Neuzugänge hatten es in die Startformation geschafft. Der linke Außenverteidiger Pedersen hinterließ einen guten Eindruck, Mittelstürmer Hosiner war stets bemüht, hatte kaum gute Szenen. In der 1. Halbzeit wirkten die Bochumer stärker. Es dauerte 18 Minuten bis zur ersten Halbchance der Eisernen, es war der 1. Eckball, getreten von Neukapitän Kroos. Kreilach traf per Kopf zwar den Ball, aber zu ungenau. Die Bochumer agierten mit einer 4-2-3-1 Formation. Die Unioner attackierten bereits in des Gegners Hälfte. Wenn eine Balleroberung gelang, war der finale Pass zu ungenau. Die Tore fielen in Halbzeit Zwei. Die Eisernen waren verbessert aus der Kabine....

gekommen, offenbar hatte Jens Keller die richtigen Worte gefunden. Zwei Riesenchancen blieben ungenutzt. In die Drangphase der Gäste aus der Hauptstadt fiel die Führung der Bochumer, Torschütze Kapitän und Innenverteidiger Bastians. Er behielt nach einem Freistoß und der daraus folgenden Konfusion in der Berliner Abwehr, den Überblick und traf per Linksschuss in die Maschen. Es war noch genug Zeit zur Korrektur, es waren erst 57. Minuten gespielt. Fast wäre Kreilach in der 60. Minute, fast postwendend der Ausgleich geglückt. Er machte den verdienten Ausgleich, nach glänzender Vorarbeit von Kroos, in der 72. Spielminute. Wäre das Spiel mit diesem Ergebnis zu Ende gegangen. Es wäre verdient gewesen. Verdient, Unverdient, diese Kategorien passen nicht für die Bewertung eines Fußballspiels. Dass die Bochumer das Spiel gewannen, lag an einem Fehler des Berliner Torwarts. Leider ist ein Torwartfehler meist schlimmer, als der eines Feldspielers. In der 77. Minute war es Bochums Mittelfeldspieler Weiland, der einen zu kurz abgewehrten Ball über die Linie drückte. Das war die eingangs erwähnte Kleinigkeit, die spielentscheidend sein kann. Quaner war bereits vor dem erneuten Bochumer Führungstreffer für Redondo eingewechselt worden und hatte gleich für Kreilach aufgelegt. Der Schuss ging über das Tor. Nach der erneuten Bochumer Führung wechselte Keller Quiring für Kroos sowie Parensen für Fürstner ein. Es half nichts, am Ende stand die Niederlage. Lediglich die Fans der Unioner, etwa 2.000 füllten den Gästeblock im Stadion an der Castroper Strasse, verbuchten mit ihrem Support einen Punktsieg. Am 2. Spieltag erwarten die Eisernen zum ersten Heimspiel der neuen Saison den Aufsteiger Dynamo Dresden zum Ostderby in der Alten Försterei.

Hans-Peter Becker

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