Pukki erlegt die alte Dame

Bröndby Kopenhagen Teemu Pukki Hertha BSC
Grafik: Sportick

Teemu Pukki, 49facher Nationalspieler für Finnland, seit dem 29. März 26 Jahre alt , von Beruf Fußballprofi und beruflich schon viel herumgekommen (FC Sevilla, FC Schalke, Celtic Glasgow, Bröndby Kopenhagen), dieser Name wird zukünftig dem Berliner blau-weißen Fußballlager in unangenehmer Erinnerung bleiben. Im Hinspiel hatte er die alte Dame noch verschont und im Jahnsportpark das leere Tor nicht getroffen, einen guten Beweis dafür geliefert, warum in seiner Vita so viele Vereinsnamen auftauchen. Im Rückspiel schlug er eiskalt zu, nutzte die Fehler der Hertha Defensive gnadenlos aus. Pukki ist kein Weltklassestürmer und Bröndby Kopenhagen von der Spielstärke in etwa vergleichbar mit einem besseren deutschen Zweitligisten. Da muss man schon konzentriert zu Werke gehen – so wie im Hinspiel – um eine Runde weiter zu kommen. Ich will es kurz machen, selbst nach Abzug aller mildernder Umstände, diese 1:3 Niederlage, verbunden mit dem Ausscheiden, ist peinlich. Es standen, bis auf Torhüter Kraft, die selben Spieler in der Startformation, die eine Woche zuvor zu recht gefeiert wurden. Fühlten sie sich zu sicher ? Woher kamen die zum Teil haarsträubenden individuellen Fehler ? Pal Dardai gefiel die Körpersprache nicht. Nun gut, eigentlich wussten alle, worum es geht. Schade, Hertha hat eine Riesenchance verpasst. Mal abgesehen von dem finanziellen Schaden, eine Teilnahme an der Gruppenphase zur Europaliga wäre sicher auch ein zusätzliches, gutes Argument bei Neuverpflichtungen gewesen. Jetzt ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen. Wenn daraus die richtigen Lehren gezogen werden, ist das nicht so schlimm. Also, volle Konzentration auf die Meisterschaft und den Pokal. Spott und Häme haben die Herthaner bis zum ersten Pflichtspiel in Regensburg umsonst.

Hans-Peter Becker

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